ÜFF KIND

 

  • 1. Bescheuerung + Beginn der Erörterung

    Es beginnt. Vorhang auf für meine Bescheuerung, direkt auf blassbraunem Papier, für euch bereitgestellt, um euch in trüben, freudlosen Stunden, am Leben und an den Worten des Üffkinds zu erfreuen.

    Mit dem Beginn der neuen Reise, geht ein Abschied daher. Zwei Jahre Holland sind rum, die Taschen gepackt, das Josikind zieht von dannen, gefolgt von mir. ich schultere nun Millionen facebook Freundschaften, neue Ideen, Gesichter, Berührungen, Geschichten und ziehe los. Wir sind wie Hans im Glück und tauschen, was uns lieb und teuer ist, gegen einen neuen Schatz. Man muss eben loslassen,  um sich fortbewegen zu können. Das Gedicht von Hesse  beschreibt es treffend. Es begleitet mich seit Jahren, nach Israel, nach Holland, jetzt für kurze Zeit in die Ukraine und dann in eine unbestimmte Zukunft in Marokko.

    Welche Grundpfeiler und so oft besprochenen, erwähnten und hinterfragten “Werte”  bleiben denn dann noch in unserem Vagabundenleben? Der Rucksack ist mit Unbeständigem gefüllt. Das Hirn speichert nur auf bestimmte GB-Anzahl und das Herz gibt so schnell wieder frei, hat keinen Platz und keine Lust zu leiden. Was bleibt, wenn man immer weiterzieht, sich nicht umblickt und die Nase in den Wind steckt? Die Tränen versiegen schnell, das Lachen kehrt immer ungetrübter und zügiger zurück, Falten des Abschieds seh ich auch noch keine auf unseren Gesichtern. Diese Frage werde ich versuchen zu erörtern und zu beantworten. Ab Heute, für euch, für mich, für meine Ahnen und deine Mutter. Ich winke nun auch nur kurz zum Abschied dem Hollandkind, das mir so viel Freude bereitet hat. Aber ich fühle keine Wehmut. Noch nicht.

    Dies ist nun der Beginn. Der Vorhang weit geöffnet. Das Üffkind ganz freudig erregt, seine Tauschschätze der Wanderung mit euch zu teilen.

    Ich danke euch für zwei Jahre. Die als Grundpfeiler dienen. Dessen bin ich mir sicher.

    Passt auf euch auf, ihr Streuselkrümel der großen, weiten Welt.

    In Liebe,

    Eure jette.

    Posted on June 28, 2010

  • Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

    Stufen

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    Hermann Hesse

    Posted on June 28, 2010 with 1 note

  • Plays: 45

    Posted on June 27, 2010

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